Brandwunden-Folgen

Verbrennungen und Verbrühungen entstehen durch Hitzeeinwirkung: bereits ab 52° C wird die Haut geschädigt. Die Ursachen sind heiße Flüssigkeiten, Flammen, Berührung mit heißen Gegenständen, Brände, Strom, Säuren. Sie schädigen nicht nur die Schutzfunktion der Haut, sondern den gesamten Menschen in seinen körperlich-seelischen Empfindungen und geistigen Funktionen.

Die Haut ist eine nahtlose Hülle des Körpers. Sie setzt sich aus zwei Schichten zusammen:
1. der Oberhaut (Epidermis),
2. der Lederhaut (Dermis), darunter liegt das Unterhautfettgewebe (Subkutis).

Je nach Tiefe der Verletzung spricht man von Verbrennungen bzw. Verbrühungen ersten, zweiten oder dritten Grades.

Erstgradige (Rötungen) und oberflächlich zweitgradige (Blasen) Verbrennungen heilen normalerweise ohne operative Eingriffe ab. Tief zweitgradige und drittgradige Verbrennungen müssen operiert werden. Von gesunden Stellen des Körpers werden dünne Hautschichten entnommen, auf die verletzten Gebiete aufgelegt und fixiert, um dort anzuwachsen (Hauttransplantation).

Je nach Ausmaß der Verbrennung - eine Handfläche entspricht 1 Prozent der Körperoberfläche - dauert es mehr oder weniger lange, die verletzten Gebiete zu decken.

Sind alle offenen Stellen mit Haut bedeckt und verheilt, muss auf die transplantierte Haut Druck, d.h. Kompression ausgeübt werden, damit die Narben hell und weich werden und nicht wuchern. Dazu gibt es Druckverbände, die maßgefertigt werden und ein bis zwei Jahre 24 Stunden am Tag getragen werden müssen.

Gehen die Verbrennungen über Gelenke oder Beugestellen (Kinn, Hals, Achsel muss durch Schienen, sowie Krankengymnastik und Ergotherapie versucht werden, die verloren gegangenen Funktionen wieder zu erarbeiten.

Wenn die Narben reif sind, d.h. in derselben Farbe wie die normale Haut, weich und möglichst eben, kann über Korrekturmöglichkeiten nachgedacht werden.
Korrekturoperationen bieten sich an, um funktionale Behinderungen zu beheben, aber auch um entstellende, psychisch belastende Narben zu verschönern. Jeder Korrekturoperation folgt wieder die Rehabilitation mit Kompression, Krankengymnastik etc.

Die gesamte Behandlungsdauer ist immer sehr lang und kann nur in Monaten bzw. Jahren gerechnet werden.

Die Belastung durch Angst und Schmerzen bei Verbrennungen ist enorm. Die meisten Patienten erleben den Unfall bei vollem Bewusstsein. Die Behandlung ist extrem schmerzhaft, die transplantierte Haut sehr empfindlich und der Heilungsprozeß meist von starkem Juckreiz begleitet. Krankengymnastik und Ergotherapie müssen immer die Schmerzgrenze erreichen und überschreiten, um Verlorengegangenes wieder aufzubauen.

Die psychische Belastung, mit Narben leben zu müssen, ist sehr groß. Brandverletzungen stellen als Unfallart eine Besonderheit dar, weil der Betroffene eben auch für seine Umwelt wahrnehmbar auf Dauer geschädigt ist. Kinder sind speziell betroffen, da die Narbenflächen oft nicht mitwachsen und Folgeoperationen nach sich ziehen. Sie sind als Persönlichkeiten noch nicht gefestigt und haben es daher sehr schwer, mit Narben, vor allem in den Entwicklungsjahren, umzugehen.

Durch ein überlegtes und konsequentes Therapiekonzept kann ein gutes Ergebnis erreicht werden, sichtbar werden die Narben aber immer sein.



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