Joy - Unsere Liebe unsere Freude ...

Joy ist in Frankreich geboren. Ihre Eltern haben ihr den Namen Noémie (Bedeutung: lieblich, huldreich) gegeben. Diese freuten sich sehr auf ihr erstes Kind. Wie man so schön sagt: sie erwarteten ihr Wunschkind. Doch ihre Noémie entsprach nicht ihrer Vorstellung, denn sie wurde mit Trisomie 21 geboren. Diese Behinderung war eine zu grosse Herausforderung für die Eltern. Sie konnten ihr Kind so nicht annehmen. Am 3. Lebenstag wurde Noémie dem Staat als Eigentum überschrieben. Das Mädchen überlebte die Schwangerschaft nur, weil ihre Mutter noch jung war und diese somit keinen Fruchtwassertest machen liess. Andernfalls wäre Noémie heute bestimmt nicht mehr am Leben.

Nach 10 Tagen Krankenhaus kam sie am 9. Dezember 1996 in ein Kinderheim.

Wie kam es dazu, dass wir über ein Jahr später von diesem Kind erfuhren:

Da wir unseren Alltag immer wieder bewusst in Gottes Hände legen und Jesus Christus darum bitten, uns seinen Willen für unser Leben zu zeigen, hielten wir 1991 eine intensive Gebetszeit betreffend unserer Zukunft ab. Während dieser Zeit bekam Priska ein Bild von Gott, worauf ein Bébé mit Trisomie 21 war, welches im Jahre 1996 geboren würde. Dieses Kind werde unsere Familie stark berühren, so der Eindruck von damals. Als wir bis Ende 1996 weder ein eigenes Kind mit Trisomie 21 bekamen, noch eines im Bekanntenkreis kannten, beschäftigte uns erneut was uns wohl der Herr damals mitteilen wollte. Gemeinsam mit unseren vier leiblichen Kindern begannen wir für dieses uns unbekannte Kind zu beten. Als wir vom Werk EMMANUEL erfuhren, schien es uns bald, dass dies der richtige Weg sei für unsere Familie:

Unser Herz sehnte sich danach, ein Kind mit Trisomie 21 in unsere Familie aufzunehmen.

Nachdem wir im Oktober 1997 an dem alljährlichen Treffen von den als "Emmanuel" - Familien, als noch Aussenstehende , teilnehmen durften, waren wir fest entschlossen, die schwierige Hürde einer Adoption anzugehen. Wichtig war für uns auch, dass wir uns von verschiedenen Menschen getragen und unterstützt wussten. Uns war es ein Anliegen abzuklären, ob sich in der Schweiz ein Kind befindet, welches auf eine Adoptivfamilie wartet. Da sich aber nach ca. 3000 Briefen an sämtliche Spitäler, Aerzte und Aemter der deutschsprachigen Schweiz keine Reaktion zeigte, entschlossen wir uns für ein Kind aus Frankreich.

Im Februar 1998 erfuhren wir das erste Mal von Noémie. Es war doch ein sehr spezielles Erlebnis, als wir da plötzlich ein Bild von unserem fünften Kind in den Händen hielten. Wir wurden praktisch von denselben Gefühlen überrollt, wie bei einer "gewöhnlichen" Geburt. Es war für uns besonders beeindruckend, dass dieses Mädchen tatsächlich Jahrgang 1996 hatte.

Das Leben von Noémie war also bereits 1991 fester Bestandteil des Planes unseres Schöpfers für diese Welt und somit für unsere Familie. Es bedeutete für uns nochmals eine wichtige Bestätigung, dass wir uns auf dem rechten Weg befanden. Weil eines unserer Mädchen Naemi heisst, schien es uns notwendig für Noémie einen zusätzlichen Namen zu wählen. Da wir uns alle riesig auf das Kind freuten, nannten wir sie JOY, was in unserer Sprache "Freude" bedeutete.

Mit folgendem Lied gewannen wir im Kinderheim auf Anhieb ihr Vertrauen:

Ich habe JOY, und es ist tief, in meinem Herzen, tief, tief, tief in meinem Herzen.
JOY, JOY, JOY und sie ist tief in meinem Herzen, tief, tief, tief in meinem Herzen.
Jesus hat sie mich halten lassen.
Uhiii ... !

Joy liebte uns und wir liebten sie. Es war eine Art Liebe auf den ersten Blick! Das Heim war sehr schön und die Betreuerinnen sehr zuvorkommend, so dass wir unsere "Wochenbettzeit" mit unserem fünften Kind geniessen konnten.

21. März 1998! Dies ist der Tag an dem wir mit Joy nachHause fahren durften. Obwohl sie das Autofahren nicht kannte, war sie sehr vergnügt und schlief sogar hie und da ein während der fünfstündigen Autofahrt. Ueber eine Woche hatten wir die Kinder in die Obhut der Grosseltern gegeben, so dass sie ihr neues Schwesterchen gespannt erwarteten. Die Ankunft von Joy war ein grosses Fest für sie, denn schliesslich beteten sie bereits einige Monate für sie. Auch unsere Kinder liebten Joy Noémie vom ersten Augenblick an und sogar heute ein Jahr später streiten sich unsere Grossen darum, wer denn nun mit Joy spielen darf!

Für Joy hat ein ganz neues Leben begonnen, ein Leben mit Mami, Papi und Geschwister, die immer für sie da sind. Sie musste lernen, dass Mami immer wieder kommt, auch wenn sie für kurze Zeit aus ihrem Blickfeld verschwindet. Es stellt uns riesig auf, wie schnell sich Joy an unser Familienleben gewöhnt hat.

Sie realisierte auch sehr rasch, wo sie nun zuhause ist, denn nach jedem Besuch, den wir gemacht haben, atmete sie jedesmal erleichtert auf, wenn wir wieder zuhause waren.

Heute ein Jahr später erfreuen wir uns immer noch tagtäglich an ihrem liebevollen Wesen, an den vielen Fortschritten, die sie macht und vor allem einfach, dass sie da ist und unser Leben bereichert.

Durch Joy erhalten wir nun auch immer wieder die Gelegenheit, den Menschen vom liebenden Vater im Himmel zu erzählen. Wir möchten nicht, dass es die Leute einfach toll finden, dass wir ein behindertes Kind aufgenommen haben.

Unser Wunsch ist es, dass Menschen darin die grosse Liebe von Jesus Christus erkennen können.

Zum Schluss möchten wir nur noch sagen, dieser Schritt in unserem Leben hat sich gelohnt! Joy ist für uns und unsere Umgebung ein riesiges Geschenk von Gott. Dafür möchten wir IHM danken und IHM die Ehre geben!

von Priska und Andreas