Sie gehört zu uns, für immer ...

Es ist eine anspruchsvolle und schwierige Aufgabe, unsere Geschichte erzählen zu wollen. Um so mehr als sie eine Mischung ist von Ereignissen und Gefühlen, die noch sehr verschwommen in unserem Bewusstsein sind.

Et pourtant, il y a à peine Und trotzdem, es ist kaum ein Jahr her seit wir hinfuhren, um diese kleine Stadt Epinal zu entdecken, das Herz voller Befürchtungen und Zweifel, und trotzdem geleitet durch eine Überzeugung und eine unerklärliche Bestimmtheit.

Die letzten Nächte waren sehr bewegt: unser Projekt wurde endlich konkret. Alles wurde Realität und wir fragten uns, ob wir nicht am Punkt angelangt waren, den grössten Irrtum unseres Lebens zu begehen. Wir würden nun Noémie begegnen, dem kleinen zwei Jahre alten Mädchen mit Trisomie, und sie mit uns heimnehmen. Sie würde unser Kind werden, ganz wie Julien, Loïck und Séverine es sind. Werden wir ihr gefallen? Wird sie uns gefallen? Werden wir miteinander den Zauber einer neuen Geburt erleben? Und wenn sie uns zurückweisen würde? Und wenn uns die Kraft und der Mut fehlen würden? So viele Fragen und so wenig Antworten...

Die etwa 400 km des Wegs haben uns keinerlei Erleichterung gebracht. Unser Inneres war nur quälende Sorge als wir unser Fahrzeug vor den Lokalitäten der Präfektur von Epinal anhielten. Alles war noch so unreal, so unmöglich...

Begrüssung und die üblichen Fomalitäten. Kleine Mahlzeit ohne grossen Hunger. Fahrt zur Empfangsfamilie. Dann dieser Moment, zugleich so sehr erwartet und gefürchtet. Sie sass da zwischen ein paar Spielsachen und musterte uns neugierig, im Grunde ihrer Augen ein Schimmer von Unruhe angesichts dieser Neuankömmlinge. Was sollen wir nun anders sagen, als dass im Zeitraum von einigen Sekunden alle unsere Zweifel sich zerstreut haben. Unser Himmel wurde wunderbar blau und all unsere Fragen fanden Antwort durch ein erstes Lächeln hindurch. Sie gehörte zu uns, für immer

Die Anfänge bei uns waren für Noémie nicht leicht. In ihrer Pflegefamilie in Epinal, wo sie anscheinend alle Liebe erfuhr, die sie brauchte, führte sie jedoch ein ruhiges, zurückgezogenes Leben ohne viel Anregung. Ihr soziales Leben war sehr eingeschränkt, ihre Tage verbrachte sie viele Stunden lang allein mit einigen Spielsachen in einem kleinen Zimmer und dem Gärtchen dieses Hauses.

Stellen Sie sich nun den Schock für Noémie vor, als sie, bei uns "gelandet", Bekanntschaft machte mit ihren beiden Brüdern, ihrer Schwester, und einer ganzen Schar von Nachbarn, Klassenkameraden, Freunden und Verwandten. Alle erwarteten sie ungeduldig und stürzten sich sogleich auf sie, so sehr haben sie sich gefreut, sie kennenzulernen. Die Lehrerin unseres Dorfes hatte sogar die Primarklassen auf die Ankunft eines kleinen Mädchens vorbereitet, das ein wenig anders war als die andern...

Noémie hat jedoch grossen Mut bewiesen und eine grosse Anpassungsfähigkeit gezeigt. Natürlich hat man sie beruhigen und täglich ermutigen müssen, aber wir müssen zugeben, dass sie uns diese Aufgabe schnell leicht gemacht hat... Im Verlauf von einigen Wochen hat sich das introvertierte und ängstliche Kind, das sie einmal war, zu einem reizenden kleinen Mädchen entwickelt, offen, lächelnd, lachend, lustig und schon recht schwatzhaft!

Mit ihrem grossartigen Lächeln hat Noémie ihre ganze Umgebung erobert und schnell ihren Platz im Schoss unserer Familie gefunden. Wie könnten wir uns heute einen einzigen Augenblick unseres Lebens vorstellen ohne unsere kleine Tochter, die "von woandersher kam", da wir jetzt überzeugt sind, dass wir füreinander geschaffen sind ?

von Barbara und Stéphane, "Emmanuel"-Familie